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In dieser Gruppe werden zuätzliche Themen der Kategorie Zubereitung behandelt.
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von student09 vom 01.03.2010, 16:43
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Einkochen - ist das heute out? (511 Hits)
Hallo!
Ich habe wieder mal eine Frage, ihr wisst ja, kein Geld uns kochunerfahren :-)))
Meine Oma hat früher immer noch Kompott in Gläsern gehabt. Aber auch an Wurst und Fleisch kann ich mich erinnern. Aber ich war da noch ganz klein und Oma ist auch nicht mehr da (also fragen geht nicht mehr).
Meine Mutter sagt, sowas ist Quatsch, macht heute keiner mehr. Ich finde aber, das hat geschmeckt und hält sich wohl auch eine Weile ohne Kühlschrank/Froster, und der ist bei mir sehr klein.
Meine Frage, macht das heute noch jemand von euch und kriege ich das auch hin? Wie lange hält das im Glas? Was für Gläser nimmt man dazu, gehen auch solche Marmeladengläser? Oma hatte welche mit solchen Gummiringen unter dem Deckel (gingen auch fürs Katapult:-))
Danke
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Antwort 1 von anno_58 vom 03.03.2010, 16:33
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Hi Student,
da wir wohl unterschiedlichen Generationen angehören, erinnere ich mich beim Stichwort "Einkochen" eher an meine Mutter, als an meine Oma ;-)
An Fleisch etc. als "Einmachgut" kann ich mich nicht erinnern, weiß aber, dass das möglich ist.
Bei Früchten erinnere ich mich insbesondere an Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren (wobei letztere botanisch gesehen eigentlich Nüsse sind ;-) ) Du hast nun die Wahl zwischen Gelee(*) und Konfitüre(*).
Gelee besteht aus dem Fruchtsaft + Zucker + Geliermittel, Konfitüre aus Fruchtstücken, + Zucker + Geliermittel. Beide enthalten ggf. Fruchtsaft oder Wasser.
Die zum Einkochen ausgewählten Früchten werden gewaschen, ggf. zerkleinert (Steinobst wie Pfaumen etc. entkernen) und kommen über Nacht in eine Schüssel, welche mit einem feuchten Küchentuch abgedeckt wird. Wenn du am nächsten Tag das Tuch (vorsichtig) entfernst, weißt du warum du das gemacht hast. Die den Früchten zugewandte Seite wird recht "lebendig" sein. (Du kannst dann jetzt mal spekulieren, wie so eine "Reinigung" wohl industriell möglich wäre, so sie denn überhaupt möglich ist... - gleiches gilt übrigens für die berühmten Kirschen in Alk mit Schokoladenmantel ;-) )
Beim Gelee kommen nun meine Kindheitserinnerungen ins Spiel.
Damals waren Fruchtpressen o.ä. zur Saftgewinnung noch nicht allgemein vorhanden, auch heute sind sie eine Kostenfrage. Die Saftgewinnung für Gelee musste also manuell von statten gehen. Die Früchte (meist die Beeren) kamen Portionsweise in ein Küchentuch. Die vier Ecken wurden verknotet und ein Kochlöffel (o.ä.) kam als "Knebel" dazwischen. Durch verdrehen von Tuch und Knebelstab wurde nun der Fruchtsaft ausgepresst. (Für einen alleine wohl sehr schwierig zu praktizieren).
Der so gewonnene Fruchtsaft wurde 1:1 mit Gelierzucker (oder Zucker pur mit Geliermittel) aufgekocht und in Gläser gefüllt. Um deine Frage zu beantworten: Die Frage welches Glas ist dabei relativ egal. Es muss nur Luftdicht sein. Es kann also das "Einweckglas" mit "Katapultgummi" sein, genauso geht es mit Schraubdeckelgläsern oder Gläsern ohne Deckel mit im Handel erhältlicher Cellophanfolie + Ringgummi. Die Herstellung von Konfitüre geschieht sinngemäß wie oben beschrieben. Bei relativ trockenen Früchten wie Pflaumen, Mirabellen, etc. musst du ggf. etwas Wasser oder Fruchtsaft zufügen um sie kochen zu können.
Du kannst das gesamte Thema übrigens sehr viel ausführlicher als es an dieser Stelle möglich wäre auf der HP der Fa. Weck nachlesen, deren Firmengründer 1893 das Patent für Einkochgläser erwarb. Die Bezeichnungen "Einwecken" und Einweckgläser" sind auf seinen Namen zurückzuführen.
Und um eine weitere deiner Fragen zu beantworten: Einmachen verlor mit der allgemeinen Verbreitung von TK-Geräten und der ganzjährigen Verfügbarkeit von fast allen Früchten u.ä. seit Ende der 60'er Jahre an Bedeutung. Der Handel verzeichnet jedoch in den letzten Jahren eine steigende Nachfrage nach typischen Einkochutensilien wie Gläser und Gelierzucker.
(*) Bei uns ist alles durch EU-Verordnungen u.ä. geregelt. Folgende Begriffsbestimmung um Missverständnisse zu vermeiden: Gelee besteht aus Fruchtsaft und (Gelier-) Zucker. Konfitüre besteht aus Fruchtstücken und (Gelier-) Zucker. Marmelade ist Gelee oder Konfitüre mit Zusatz von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen) Alle können Wasser und/oder Fruchtsaft enthalten. Also 500ml Kirschsaft + 500 ml Apfelsaft + 1000g Gelierzucker ergeben 2 Ltr. Apfel-/Kirschgelee. 500g Kirschen (-Stücke) + 500 ml Apfelsaft + 1000g Gelierzucker ergeben 2 Ltr. Apfel-/Kirschkonfitüre. 500ml Kirschsaft oder 500g Kirschen (-Stücke) + 400 ml Apfelsaft + 100ml. Zitronensaft + 1000g Gelierzucker ergeben 2 Ltr. Apfel-/Kirschmarmelade
Gruß anno
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Antwort 2 von anno_58 vom 03.03.2010, 16:38
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Nachtrag:
Um deine Frage zur Haltbarkeit noch anzusprechen - Die Haltbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. Einkochgut und Einkochmethode ab. Siehe hierzu die in A1 verlinkte Seite der Fa Weck und den entsprechenden Wikipedia-Artikel. Sie beträgt aber regelmäßig mehre Monate bis mehrere Jahre.
Gruß anno
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Antwort 3 von student09 vom 04.03.2010, 16:41
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Hallo anno58!
Danke für die Marmeladenrezepte. Ich dachte aber eher an Obst /Kompott oder wenn mal reichlich Gemüse (billig im Supermarkt) da ist oder z.B. Fleisch übrig bleibt, zum Konservieren über einen gewissen Zeitraum.
Und wenn solche Schraubgläser gehen, kann es ja auch mal eine kleine Menge sein, die übrig bleibt (ist nur so eine Idee von mir)
Danke!
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Antwort 4 von Sue vom 06.03.2010, 19:20
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Einkochen lohnt sich mE nur, wenn man das Obst massenhaft im Garten hat und es sonst verderben würde. Aus einem anderen Grund hat zumindest meine Oma auch nie eingekocht.
"Einkochen light" kannst du recht einfach ausprobieren, das Obst vorbereiten und kochen wie Anno schrieb und statt Gelierzucker einfach weniger Zucker nehmen, so dass dein Obst in einer sirupähnlichen (oder etwas wässrigeren) Flüssigkeit schwimmt. Du solltest auf jeden Fall so viel Flüssigkeit haben, dass das Obst im Glas später bedeckt ist und mehr Zucker bedeutet bessere Konservierung. Verfeinern kannst du dein Kompott nach Belieben mit Vanille, Zitrone (Saft + Schale), Zimt, Rosinen,...
Das heiße Kompott kommt in saubere Schraubdeckelgläser, die sofort geschlossen und auf den Deckel gedreht werden. Die Gläser müssen wirklich sauber sein, sie mit kochendem Wasser und Soda zu füllen hat sich bei mir bewährt. Dann nicht abtrocknen sondern nur auskippen und sofort das kochende Kompott rein, so viel wie möglich (= so wenig Luft wie möglich im Glas). Je sauberer du arbeitest und je heißer den Einkochgut ist desto länger hält es. Je nach Lagerung (Keller) sind da durchaus einige Monate drin.
Das ist zwar kein richtiges Einkochen, dafür eignet es sich aber für kleinere Mengen, die "nebenbei" so anfallen.
Gruß Sue
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Antwort 5 von sas5597 vom 15.03.2010, 19:13
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Hallo Student 09, klar kann am Fleisch auch einkochen, aber es solten dann Einmachgläser sein und das MHD würde ich max 4 Wochen im Kühlschrank ansetzen. Wenn beim Einkochen was Schief gegangen ist, wird ein Druck erzeugt. Google auch mal eingemachtem Kalbfleisch. Wichtig ist: am besten nur frisches Fleisch in Brühe kochen, Wurzelgemüse ist ausreichend. Salz nicht vergessen, Konserviert auch etwas. Was ganz klassische ist Beeftea. Rezeptur: 250g Rinderhack 125g Wurzelgemüse (ambesten durch den Fleischwolf oder ganz fein geschnitten. Salz,Pfeffer,eventuell Lorbeer, Wacholder, Nelke aber nur eine "Prise!". dann in ein Einmachglas mit 1,5 Liter, mit Wasser kalt auffüllen. 2 h Stehen lassen und dann im Backofen bei 100°C ca 3 h "einkochen". Sollte nicht überkochen! aber auf mindestens 75°C im innern erhitzt sein. grüße Armin
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